Die politischen Parteien hierzulande überbieten sich aktuell mit Rezepten zum Abbau von Bürokratie. Dabei wird von interessierter Seite aus der Eindruck erweckt, als sei die Bürokratie ein wirtschaftsfeindliches und die individuelle Freiheit einschränkendes Monstrum mit Eigenleben – destruktiv und ohne Sinn. Sogar zum Kulturkampf scheint das Thema geeignet, denn die zugrunde liegenden Gesetze und Verordnungen berühren Fragen des Menschenbildes und des Vertrauens. Wie weit müssen Dinge von Staats wegen minutiös vorgeschrieben sein? Andererseits: Gesetzliche Vorgaben sind Steuerungselemente. Sind sie nicht gerade die Antwort des Staates auf das missbräuchliche Ausnutzen von Gesetzeslücken bis hin zu kriminellen Machenschaften? Kann unser demokratisches Gemeinwesen überhaupt ohne Verwaltungsorganisation und Kontrolle funktionieren? Eine Bestandsaufnahme.

